Dernière modification : 22 février 2018 à 11:41

La localité de Roodt/Syre​

Die genaue Entstehungszeit der Ortschaft Roodt-sur-Syre ist nicht bekannt. Die Heimatforschung geht jedoch, aufgrund von Mardellenfunden, von einer sehr frühen Besiedlung aus.

(Mardellen sind trichterförmige, 30 Meter breite und fünf Meter tiefe Löcher im Boden, die wahrscheinlich in früheren Zeiten als Wohn- bzw. Vorratsgruben dienten).

  • 1083: Erste Nennung als „Rhodt“. Über die Jahrhunderte wurde daraus: Roth, Rhoda, Rhode, Rhodt und schließlich Roodt-sur-Syre.Der Namensstamm kommt von „roden, reuten“, was soviel bedeutet wie Land „urbar machen“, „für Landwirtschaft nutzbar machen“, denn zu eben diesem Zweck ließ der Graf von Luxemburg hier Menschen ansiedeln. „Syre“ stammt wohl vom kelt. „sura“ = „feuchtes Gebiet“. Im Mittelalter war Roodt-sur-Syre stets, im Gegensatz zu dem unabhängigen Betzdorf, im Besitz des Grafen von Luxemburg. Frühere Karten zeigen das Dorf als ein typisches Straßendorf, also als eine Häuseransiedlung entlang der Hauptstraße (s. Karte). 13. Jh.: Das Dorf hat 50 Einwohner. Um 1350: Roodt-sur-Syre zählt zum Moseldistrikt. 17. Jh.: Im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) leidet Roodt-sur-Syre, wie das ganze übrige Land, sehr unter Zerstörungen, Armut und Seuchen. Die Einwohnerzahl sinkt auf vier Haushalte herab.
  • 1714-1794: Aufschwung unter der österreichischen Landesherrschaft, lange Friedensperiode, die sich günstig auswirkt auf Eisenindustrie, Straßenbau, Handel und Handwerker.
  • 1757: (Um-)Bau der heutigen „alten Kirche“ in Roodt-sur-Syre.
  • 1771-1777: Der Bau der Straße von Luxemburg-Stadt bis Trier beschert der Ortschaft Roodt-sur-Syre viele neue Einwohner. Um diese Zeit wird auch das Roodter „Petryhaus“ als Postkutschenrelais, eine Station zum Auswechseln der Postkutschpferde, errichtet.
  • 1787: Roodt-sur-Syre hat 126 Einwohner.
  • 1792: Österreich und Preußen verbünden sich und ziehen auf ihrem Marsch nach Frankreich („Kampagne in Frankreich“) u.a. an Roodt-sur-Syre vorbei.
  • 1828: Zahlreiche Roodter Familien emigrieren nach Südamerika, insbesondere nach Brasilien, um der grassierenden Armut zu entfliehen, die nicht zuletzt aufgrund der holländischen Steuerpolitik um sich greift (Karte oben um 1824).
  • 1861: Die Eisenbahnlinie Luxemburg-Trier wird eröffnet und bringt dem Dorf viele neue Arbeitsplätze.
  • 1878-1900: Sieben Roodter Einwohner suchen ihr Glück in den USA und in Argentinien. Drei von ihnen kehren nach wenigen Jahren zurück.
  • Um 1900 gibt es zahlreiche Geschäfte und Wirtshäuser, eine Spezialwarenhandlung, vier Wirte (u.a. das „Café Kipgen“, später „Frieden“, sowie gegenüberliegend das Café „beim Ernestine“ an den Gleisen, Rue du Luxembourg, und das ansehnliche „Café Raths-Hoffmann“ in der Rue de la Gare, das zu Beginn des neuen Jahrtausends abgerissen wurde), je einen Müller, Bäcker, Schmied, Schneider, Schreiner, Weber, zwei Schuster und einen Arzt.
  • 1914: Deutsche Truppen ziehen auf ihrem Weg nach Luxemburg u.a. von Wasserbillig und Grevenmacher Richtung Niederanven und passieren Berg, Banzelt und Roodt-sur-Syre.
  • 1931 hat Roodt-sur-Syre 282 Einwohner.
  • 10.05.1940: Erneut besetzen die Deutschen das Land. Die NS-Ortsgruppe der Gemeinde hat ihren Sitz in der Wohnung des jüdischen Bäckers Salomon „Sally“ Kahn in Roodt-sur-Syre. Roodt mit seinen damals 68 Haushalten wird erst am 12.09.1944 befreit. Glücklicherweise wird das Dorf im Krieg nicht beschädigt, auch wenn Einwohnerverluste zu beklagen sind.
  • 1957: Errichtung des neuen Friedhofs.
  • 1963: Bau der neuen Schule.
  • 1972 hat das Dorf 335 Einwohner. 1988 sind es 620 und im Jahr 2002 sind es 1206 Einwohner.
 
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