La localité de Berg​

Die bevölkerungsmäßig kleinste Sektion, Berg, muss ursprungs-, verwaltungs- und pfarrtechnisch in dauernd engster Verbindung mit dem heutigen Kommunalhauptort Betzdorf gesehen werden.

 


Vor rund 2000 Jahren – die Römer 
Vor rund 2000 Jahren verbanden äußerst robuste große Militärstraßen der Römer, zum Teil auf dem steinigen Untergrund vorhandener keltischer Wege, dem "Kiem" erbaut, u. a. das Pariser Becken über Reims, Ivoix, Etalle, Arlon, Luxemburg und Niederanven, an den nördlichen Abhängen des "Wittenberg"/Mensdorf vorbei, mit Wasserbillig und Trier, die "Augusta Treverorum". Eine zweite Trasse, aus dem Rhône-Tal kommend, verlief über Metz und Dalheim zum "tumulus" nächst Flaxweiler, wo sich diese beiden Hauptverkehrsachsen verbanden.

Römische Legionen und Kohorten sind über diese Heeresstraßen marschiert; sicher benutzte sie früher auch ein sehr reger Handels- und Geschäftsverkehr. Der hl. Martinus, um 315 geboren und später Bischof von Tours, kam auf seinen Missionierungspilgergängen über Andethana (Niederanven) höchstwahrscheinlich auch nach Betzdorf, wo die Existenz eines Heidenaltares nachgewiesen ist. Auch der alte Martinus-Brunnen bei Betzdorf scheint auf keltische Naturreligion, und damit weit in die vorrömische Geschichtszeit, zurückzudeuten. Gemäß mehreren Geschichtsquellen habe die Verehrung von Quellengottheiten bei den Treverer einen besonders hohen Stellenwert gehabt; mithin kann ebenfalls im Betzdorfer "Maertes-Bur" eine vormalig heidnische Kult- oder zumindest Verehrungsstätte gesehen werden.

       

Berg - lediglich ein größeres Gehöft 
Berg, als ursprünglich bescheidenste Siedlung, muss in seiner "Urzeit" lediglich als ein größeres Gehöft gesehen werden, in welchem ein Großgrundbesitzer, mit mehreren Mägden und Knechten, außergewöhnlich große Landareale landwirtschaftlich bebaute. Berg war zu spätrömischer Zeit wahrscheinlich bereits missioniert: hierauf scheinen ebenfalls römische Bildsteine hinzudeuten, die noch 1852, beim Bau der jetzigen Betzdorfer Pfarrkirche, gefunden wurden. Die Abtei Sankt-Maximin in Trier, eine Gründung aus dem Jahre 633, erwähnt in ihrem Hausarchiv ein päpstliches Schriftstück, ausgestellt durch Innozenz II, in welchem Betzdorf, sowie die eingepfarrten Berg, Olingen und Hagelsdorf, zum Patronatsverband der Maximiner Benediktiner aus Trier zählt. Betzdorf, mit anfänglich Berg und Hagelsdorf sowie Olingen, gehörten als Urpfarrei zum Landkapitel Mersch, als sogenannte "Syr-Definition". Die Syr-Definition war dem Erzbistum Longuyon, nächst Longwy-Herserange gelegen, angeschlossen, mit kirchenjuristischer Rechtssprechung in der Zuständigkeit des Trierer Erzbischofs. Dem Pfarrsprengel Betzdorf gehörten Ende des 14. Jahrhunderts "Hassdorf, Berigh, Wecker, Eschweiler und Olingen" an. Neben dem Betzdorfer Pfarrer amtierten dort ein Vikar und ein "residierender Kaplan in Olingen".

 

Ritter als Grundeigner in Betzdorf und Berg
Grundeigner in Betzdorf und Berg waren zu Beginn des 14. Jahrhunderts Hennekin von Burscheid, später der Ritter Gervasius von Ospern, welcher einen Teil seines Grundeigentums bereits 1307 an Aegidius von Berburg abgetreten hatte, letztlich war Junker Johann von Lellich Eigner größerer Pfarrliegenschaften in Betzdorf-Berg.

Wohlhabender, wohl auch zivil einflussreicher als die Betzdorfer "Herrschaften" oder Schirmpatrone war zu Beginn des 18. Jahrhunderts Bernard von Berg, Besitzer und Nutzer ausgedehnter Ländereien. Am 19. April 1707 veräußerte dieser sein Betzdorfer Schloss mit allem Grundbesitz an Lothar Friedrich Mohr de Waldt. Der Familie Mohr de Waldt wurde am 2. Oktober 1725 die Adelsurkunde als erbliches Patent Mohr de Waldt et d'Autel durch den französischen König Charles VI ausgestellt, und zwar an Philippe-Evrard Mohr de Waldt, mit vollen Erb- und Übertragungsrechten an seinen jüngeren Bruder, "Lothaire-Frederic". 
Auf Drängen der Jesuitenpatres in Luxemburg - diese hatten damals ein Drittel der Betzdorfer Liegenschaften und das Patronatsrecht Betzdorf - vererbte die Schlossherrin Mohr de Waldt 1741 ihren gesamten Besitz an ihre Nichte, die Gräfin von Fenelon de Salignac. Diese veräußerte 1805 das stattliche Schloss, mitsamt Ländereien, durch Versteigerung an den Domherrn Prof. Frederic Lech.


Berg im 20. Jahrhundert
Anfang 1940 zählte Berg 91 Einwohner in 18 Häusern. Am Vormittag des 10. Mai des Jahres machte eine reichsdeutsche Feldartillerieeinheit im geräumigen Innenhof des Schlosses Halt, zum  Füttern und Tränken der Pferde, sowie zum Mittagbrot zuversichtlichster Nazitruppen: "...und in weniger als zwei Monaten werden wir in Paris sein ...!". Aus Berg wurden zwei Jungmänner, Jos Uselding und Jean-Pierre Würth, zum Reichs-Arbeits-Dienst und später zur deutschen Wehrmacht zwangseingezogen. Beide konnten wenige Monate nach dem Krieg heil und gesund zu ihren Familien zurückkehren. In Berg hatte eine amerikanische Division im September-Oktober 1944 einen Roadblock mit ATK-Einheiten aufgebaut; dieser militärische Vor- und Sicherungsposten hatte sein Hauptquartier im Berger Schloss.

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